SELF gewinnt Energie und Wasser aus der Umgebung und speichert sie für den späteren Bedarf.
© S. Macchi, B. Olsson, www.autark-wohnen.ch

Kochen und Heizen mit Wasserstoff (H2). Er wird in SELF mittels Elektrolyse gewonnen. Die dafür notwendige elektrische Energie stellen auf dem Dach installierte Photovoltaikzellen bereit.
© S. Macchi, B. Olsson, www.autark-wohnen.ch

Ressourceneffizientes und umweltfreundliches Leben, Wohnen und Arbeiten in beliebigen Umgebungen – Balkon inbegriffen.
© S. Macchi, B. Olsson, www.autark-wohnen.ch

Kühle, konzentrierte Formstrenge, die sich von der Idee „ästhetischer Nachhaltigkeit” leiten lässt: Dornbrachts LOT.
© Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG, Iserlohn, Deutschland

Dornbrachts „RainSky E” – Plädoyer für ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept, in dem Lebensqualität und Unversehrtheit der Natur gleichermaßen zur Geltung kommen.
© Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG, Iserlohn, Deutschland

17.06.2010

Reflecting Water – Design und Ökologie


# Reflecting Water

Was / Wann / Wo

Vortrag / Ausstellung

17. Juni 2010

Museum für
Angewandte Kunst
Frankfurt

Überblick

Im ersten Vortrag wurde das Schweizer Forschungsprojekt zur „autarken“ Raumzelle SELF vorgestellt. In einem weiteren Vortrag verdeutlichte Thomas Richter die ökosozialen Aspekte der Unternehmensphilosophie des Armaturenherstellers Dornbracht.

Referenten

Sandro Macchi und Björn Olsson, Industriedesigner, Absolventen der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste).
In ihrer Diplomarbeit entwickelten sie in Zusammenarbeit mit der EMPA und Studentinnen der Energietechnologie an der FH Nordschweiz das Konzept zu SELF.

Thomas Richter, Leitung Business Development bei der Alois F. Dornbracht GmbH

Links

autark-wohnen.ch
empa.ch/H2E
youtube.com
zeit.de
dradio.de
dornbracht.de

Autarke Raumzelle und
ästhetische Nachhaltigkeit

In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Armaturenhersteller Dornbracht seinen Umsatz vervielfachen und sich endgültig als Marke von Weltrang etablieren können. Thomas Richter, Leiter der Abteilung „Business Development”, führte den Erfolg auf Faktoren wie Wertebewusstsein im Umgang mit Material und Mitarbeitern, Standortinvestitionen, Kampagnen für nachhaltige Sanitärlösungen und ein hohes Qualitätsbewusstsein in Fragen des Produktdesigns zurück.

Nationale und internationale Auszeichnungen belegen die Design- und Verarbeitungsqualität ebenso wie das innovative Moment der Produkte und der Image-Kommunikation des Hauses Dornbracht. In diesem Zusammenhang sprach Richter von „ästhetischer Nachhaltigkeit”. Design, das sich dem Anspruch einer handwerklichen Tradition vollendeter Manufakturarbeit stelle, die Vereinigung von Funktion, Form und Fertigung auf höchstem Niveau suche und dabei die Langlebigkeit der Produkte im Auge habe, sei „ästhetisch nachhaltig”.

„The Spirit of Water”, den Dornbracht in seinen Designlösungen und Branding-Kampagenen evoziert, lässt sich von dieser Idee „ästhetischer Nachhaltigkeit” leiten, hat aber darüberhinaus ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept vor Augen, in dem Lebensqualität des Menschen und Unversehrtheit der Natur gleichermaßen zur Geltung kommen. Die nachhaltige Verwendung von Wasser dürfe aus dieser Perspektive nicht allein am Imperativ strikten Sparens bemessen werden. Gesundheit, Entspannung und Wohlgefühl seien entscheidende Werte einer nachhaltigen Lebenskultur.

Der zweite Vortrag stellte den Liebling des Abends vor:
7 1/2m lang, 3,3m breit und 3,6m hoch – die energie- und wasserunabhängige Raumzelle SELF. Der Wohncontainer ermöglicht ressourceneffizientes und umweltfreundliches Leben, Wohnen und Arbeiten in beliebigen Umgebungen. SELF ist Kraftwerk, saisonaler Energiespeicher und Wasseraufbereitungsanlage. Eine Photovoltaikanlage lädt die 450 kg schwere Batterie auf. Sie stellt auch die elektrische Energie für die Erzeugung von Wasserstoff (H2) durch Elektrolyse bereit, mit dem in SELF gekocht und geheizt wird. Damit in der Box zwei Personen über einen längeren Zeitraum ohne Wasseranschluss leben können, wird das auf dem Dach gesammelte Regenwasser zu Trinkwasser aufbereitet und das leicht verschmutzte Brauchwasser recycliert.

Auf die Frage, ob nicht alle Menschen in solchen kleinen autarken Einheiten wohnen sollten, antwortete Sandro Macchi: „Wir müssen nicht in solchen Zellen leben. Wenn es hier funktioniert, funktioniert es auch in größeren Einheiten.“

Vortrag / Ausstellung

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